Warum ist die Kinderbetreuung so teuer?

Kurz und Knapp

  • Ein KiTa-Platz kostet durchschnittlich 830 EUR pro Monat, wobei alle Kindertageseinrichtungen (privat, freigemeinnützig, konfessionell) unter vergleichbaren Finanzierungsbedingungen arbeiten.
  • Die Eltern zahlen durch die einkommensabhängigen Elternbeiträge einen Teil dieser Betreuungskosten, der größere Teil wird von den kommunalen Jugendämtern und dem Land NRW finanziert.

Die Betreuung in Kindertageseinrichtungen kostet eine Menge Geld: Gebäude und Außenanlagen, Inneneinrichtungen, Strom, Heizung, Wasser, Personal und vieles mehr muss finanziert werden. Rechnerisch kostet ein Kita-Platz etwa 830 EUR pro Monat. Doch woher kommt das Geld dafür?

Finanzierung von Kindertageseinrichtungen

Die gesetzliche Grundlage für die Finanzierung bildet in Nordrhein-Westfalen das sogenannte KiBiz, das Kinderbildungsgesetz. Eine tragende Rolle spielt hierbei die Finanzierung durch die Kindspauschalen. Hierbei erhält jede Kindertageseinrichtung pro betreutem Kind einen pauschalen Geldbetrag. Dieser Betrag unterscheidet sich nach Gruppenform (U3, Ü3, Ü2 bis zur Einschulung) sowie der jeweils gebuchten Stundenzahl:

Beispielrechnung: Kindspauschalen (Gruppenform: Ü3)
KiTa A KiTa B KiTa C
Anzahl Kinder 18 20 20
davon 25 h 13 (x 3.461,01 EUR) 0 (x 3.461,01 EUR) 10 (x 3.461,01 EUR)
davon 35 h 5 (x 4.620,20 EUR) 5 (x 4.620,20 EUR) 2 (x 4.620,20 EUR)
davon 45 h 0 (x 7.404,64 EUR) 15 (x 7.404,64 EUR) 8 (x 7.404,64 EUR)
= 68.094,13 EUR = 134.170,06 EUR = 103.087,62 EUR

Das klingt erst einmal kompliziert. Aber aus der Beispielrechnung wird schnell deutlich, dass die finanziellen Mittel hauptsächlich von der Anzahl der Anmeldungen und den jeweiligen Stundenbuchungen abhängig ist. Darüber hinaus existieren zwar noch verschiedene Zuschüsse (z. B. Mietzuschuss, U3-Zuschuss, Familienzentrum, plusKITA, Sprachförderung etc.), aber davon abgesehen können zusätzliche Finanzmittel nur über Sponsoring oder Spenden (z. B. Gebäckverkauf, Flohmärkte etc.) erhalten werden.

Die finanziellen Rahmenbedingungen sind damit für alle Kindertageseinrichtungen in Greven (öffentlich, kirchlich, Elterninitiativen etc.) im Wesentlichen gleich. Es hängt also von Trägern, Leitung und Personal als auch von den baulichen Gegebenheiten einer Kita ab, wie gut diese Mittel auch tatsächlich eingesetzt werden können.

Elternbeiträge

In Greven tragen die Eltern durch ihre Elternbeiträge einen Teil der Kinderbetreuungskosten, und zwar gestaffelt nach Jahresbruttoeinkommen und Betreuungszeiten (s. Abbildung), die übrigen Kosten werden vom Jugendamt bzw. Land Nordrhein-Westfalen übernommen.

Die Höhe der Elternbeiträge können die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen selbst bestimmen. Sie können z. B. auch festlegen, ob ein Geschwisterkind oder das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei ist. Kostenlose Kita-Plätze gibt es in Deutschland nur vereinzelt, denn bis auf vermögende Städte wie Heilbronn (Baden-Württemberg) dürften nur die wenigsten Kommunen wirtschaftlich dazu in der Lage sein. Auch in Rheinland-Pfalz werden keine Kita-Gebühren erhoben, aber dabei darf man nicht vergessen, dass diese Ausgaben letztlich immer über kommunale Steuereinnahmen wieder hereingeholt werden, z. B. Gewerbe- und Grundsteuer.

Die Kosten für die Kinderbetreuung entstehen so oder so und müssen von irgendwem getragen werden. Die entscheidenden Fragen sind daher in der Regel: Welche Eltern zahlen wie viel? Wie viel zahlt das Jugendamt bzw. das Land NRW? Die Beantwortung dieser Fragen hat viel damit zu tun, was wir als gerecht bzw. ungerecht empfinden. Eine pauschale, kurze Antwort darauf gibt es zwar nicht, aber wir halten es für sinnvoll, diese Fragen regelmäßig aufs Neue zu stellen.